Seebacher Familienrezept. Das Rezept für diesen Kartoffelsalat stammt von meiner Mutter, als sie ab 1949 im Schönauring und ab 1955 bis 1979 in den Buchwiesen wohnte. In den frühen 1950er Jahren war die Mayonnaise noch eine teure Sache, sodass sie meist das ursprünglich aus ihrem Haushaltjahr in Obersommeri TG stammende Rezept zur Anwendung brachte, welches ganz genau gleich war, jedoch einfach die Mayonnaise weg liess. Dieses Rezept entspricht einigermassen dem, was man heute St. Galler-Kartoffelsalat nennt. Da es ab etwa 1954 die Thomy-Mayonnaise zu einem vertretbaren Preis im Glas gab, stellte meine Mutter sofort auf das alte Familienrezept um, welches immer mit Mayonnaise zubereitet wurde. Ich habe dieses Rezept natürlich variiert und gelegentlich auch mal etwas mehr Zwiebeln benützt, was dann einen langjährigen Freunde aus der Schulzeit zu folgender Bemerkung veranlasste: Das Schöne an deinem Zwiebelsalat ist, dass du immer wieder so viel Kartoffeln daran tust.
Zutaten für 4 Personen
1 kg Kartoffeln, festkochende Sorte 25 g Kräuteressig 50 g Olivenöl 1.5 dl Bouillon 1 Büschel Peterli 1 mittelgrosse Zwiebel 1 Knoblauchzehe 1 TL scharfer Thomy-Senf 2 gehäufte EL Mayonnaise Pfeffer Aromat Paprika
Zubereitung
Die Kartoffeln kochen, bis sie stichfest sind. Etwas auskühlen lassen. Unterdessen Bouillon aufsetzen und bei 95° C bereithalten. Die Kartoffeln schälen, sobald man sie in der Hand halten kann. Die geschälten Kartoffeln in 5 mm dicke Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben und gleichmässig verteilen.
Die heisse Bouillon über die Kartoffelscheiben giessen und während einiger Minuten einwirken lassen. Essig, Öl, Mayonnaise, Senf, Peterli und Aromat in einer Schüssel mit dem Schwingbesen gut verrühren. Zwiebeln und Knoblauch fein schneiden und ebenfalls unter die Sauce geben. Nicht aufgesogene Bouillon zu 3/4 abgiessen. Die fertige Salatsauce über die Kartoffeln verteilen. Sorgfältig umrühren. Abschmecken.
Garnitur
Gekochte Eierviertel, Cornichons, Tomatenviertel, Peterlibüschel, Semmeli, mit wenig Paprika bestreuen.
Ergänzende Bemerkungen:
1. Dazu passt Bier oder Weisswein. Als Wein kann ein Elsässer Gewürztraminer (von Coop) oder ein chilenischer Sauvignon blanc «Los Pasos» (von Denner) empfohlen werden und den Liebhabern von Mineralwasser alles, was das Herz begehrt. Der leicht süssliche Gewürztraminer oder der Los Pasos harmoniert hervorragend mit dem leicht säuerlichen Kartoffelsalat. Gewürztraminer gibt es auch aus Deutschland, Ungarn, der Schweiz und aus Kalifornien, den Sauvignon blanc aus Chile.
2. Zu diesem Kartoffelsalat passen am besten gegrillte Servelats (von Coop oder Bell) oder St. Galler oder Zürcher Sechseläuten-Kalbsbratwürste oder dann die rassigen «Chili Snack»-Würstchen, früher unter dem Namen «Chili-Grillys» bekannt, von der Migros.
3. Achtung: Die Salatsauce erst kurz vor dem Essen zubereiten und grösste Hygiene walten lassen. Kartoffelsalat nicht zu lange an der Wärme stehen lassen, sondern stets kühl lagern. Im Kühlschrank längere Zeit gelagerter Kartoffelsalat verändert aber seinen Geschmack. Daher nicht länger als einen Tag aufbewahren. Es gibt jedoch Tricks, um diese Frist um mehrere Tagen zu verlängern.
4. Wer Olivenöl im Kartoffelsalat nicht mag, kann ihn durch jedes beliebige andere gute Öl ersetzen.