Das Nidel-Chüechli gilt wie das Chäs-Chüechli im ganzen Lande als typisch schweizerisches Gericht. Das Chüechli ist so einfach in der Herstellung, dass es hier keine grosse Vielfalt an Varianten gibt. Mit ein paar kleinen Tricks ist es dennoch möglich, zwei drei Varianten zu backen, die sich voneinander genügend unterscheiden. Das nachfolgende Rezept stammt von meiner Grossmutter.
Das Nidel-Chüechli ist keinesfalls eine Erfindung unserer Zeit oder jener unserer Ururgrossmütter, sondern könnte als Abkömmling des römischen Käsekuchens ziemlich alt sein. Leider fand die OGS bis heute keine entsprechenden schriftlichen Hinweise, sodass man vorerst annehmen muss, es stamme von der Nidelwähe ab und habe sich erst später entwickelt, genau so wie die Zwiebelwähe oder das Böle-Chüechli.
Das Nidel-Chüechli gilt in der heutigen Zeit als veraltet und wird kaum noch zubereitet. Wer unbedingt dieses Aroma geniessen will, kauft heute in einer guten Bäckerei ein Stück Nidelwähe und ist wieder für eine gewisse Zeit zufrieden. Das nachfolgende Rezept stammt von meiner Grossmutter, die es in den 1950er Jahren ab und zu als Dessert buk. Aus diesem Grunde erscheint es in der OGS.
Hier das Familienrezept aus dem Jahre 1955:
Zutaten: (für 4 Personen)
320 g Blätterteig (reicht für 8 - 10 Chüechli) 3 dl Rahm 2 Eier 10 g Butter 2 EL Zucker 1,5 EL Mehl 1/2 TL Vanillezucker wenig Muskat wenig geriebene Zitronenschale wenig Salz
Vorbereitung:
- Backofen auf 200° vorheizen
- Teig ausrollen und zu Rondellen passender Grösse formen
Zubereitung:
- Teig auf die Chüechli-Formen legen und die Ränder leicht andrücken
- Mehl, Eier, Rahm, Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel mischen
- mit einer kleinen Prise Salz, Muskat und Zitronenzeste würzen
- Im vorgeheizten Backofen bei 200° mit viel Unter- und weniger Oberhitze etwa 15 Minuten backen, bis sie schön goldfarben sind
- Etwas auskühlen lassen
En Guete!
Ergänzende Bemerkungen:
1. Dazu passt vor allem ein leicht süsslicher Weisswein.
2. Wer die Nidel-Chüechli ganz nach Ururgrossmutter-Art zubereiten will, ersetze einen Teil des Rahms durch die gleiche Menge Milch, Butter und Mehl. Dabei wird die Butter zerlaufen gelassen, das Mehl gut durchgeschwitzt und mit der Milch abgelöscht und dann mit den Eiern usw. vermengt.
3. Das Nidel-Chüechli wird heute immer häufiger auch mit Kuchenteig zubereitet, welcher viel weniger 'brösmelet' und daher besser als 'Finger food' geeignet ist als Blätterteig. Ausser dem Teig braucht man am Rezept aber nichts zu ändern. Man kann aber auch den Blätterteig einige Stunden offen im Kühlschrank lagern. Dadurch verliert er deutlich an Blättrigkeit.
Quellen: - Pauline Wirz-Büchi - Alice Berger-Wirz - OGS-eigene