Knorr Aromat (seit 1953) und Maggi Würze (seit 1886) sind fester Bestandteil der älteren Seebacher Rezepte aus den 1950er und 1960er Jahre. Wer die in der OGS als Seebacher Rezepte beschriebenen Gerichte authentisch nachkochen möchte, kommt bei einigen von ihnen nicht um diese beiden Würz-Produkte herum, es sei denn, der oder die Betreffende sei ein ausgebildeter Koch oder eine Köchin. Ein Koch braucht die Würzhilfen eigentlich kaum, weil er als Fachmann diese Aromen selber erzeugen kann. Eine Person, welche aber nur zum reinen Spass kocht, verlöre damit möglicherweise viel zu viel Zeit.
Behauptungen, dass die Maggi-Würze und das Knorr Aromat veraltet seien, sind schlicht nicht wahr. Sowohl Knorr wie Maggi bestätigen auf Anfrage gerne, dass beide Produkte immer noch Bestseller sind. Wer gelegentlich zu einer Restaurantküche Zugang hat, wird dort meist ziemlich rasch fündig, wenn er die beiden Produkte sucht. Das hat vor allem mit dem Arbeitstempo zu tun, welches in einer gut gehenden Küche nötig ist. Da ist man auf Würzhilfen angewiesen, die man sicher und rasch einsetzen kann. Allerdings schmückt sich ein guter Küchenchef nicht gerne damit, Würzhilfen zu benützen, denn es geht ja um seinen guten Ruf und der verlangt Können. Doch auch eilige Köche nähmen sich gerne die Zeit, die Würze selber zu erzeugen, wenn man ihnen nur die nötige Zeit dazu gäbe. Sterneköche können es sich leisten, auf Würzhilfen zu verzichten, allerdings geht das dann ganz schön ins Geld. Die meisten Restaurants können sich aber einen Sternekoch nicht leisten und setzen daher einen etwas günstigeren Koch ein, welcher dann aus Zeitgründen eben mit Würzhilfen arbeiten muss.
Es ist heute etwas in Mode gekommen, Kochrezepte, Gewürze usw. welche bereits seit längerer Zeit im Gebrauch sind oder kein Bio-Label haben, als veraltet zu bezeichnen. Knorr Aromat und Maggi Würze haben das bisher klaglos überstanden. Sollten die Umsätze dereinst doch noch einbrechen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Knorr das Bio-Aromat und Maggi die Bio-Würze in den Handel bringt. Dass sie es noch nicht getan haben lässt vermuten, dass vorerst gar keine Notwendigkeit dazu besteht.
Maggi Würze ist übrigens die Schweizer Variante der Sojasauce oder sogar ein wenig auch der Worcestershire Sauce, auch wenn die Einsatzgebiete etwas verschieden sind. Ursprünglich war aber auch Soja in der Maggi Würze. Sie ist bei gewissen Gerichten fast unentbehrlich und gilt einfach als Mass, ohne welches es fast nicht geht. Kritiker der Maggi Würze müssten eben so gegen die Sojasauce, die Worcestershire Sauce und viele weiteren Würzextrakte wettern.
Das Knorr Aromat ebenso wie Maggi Würze haben einen ganz klitzekleinen Makel und der besteht darin, dass sie Natriumglutamat, also einen Geschmacksverstärker, enthalten. Der wird von gewissen Kreisen verteufelt und es werden ihm allerlei krank machende Eigenschaften angedichtet, ganz so, als ob jene Leute, welche unsere Lebensmittelverordnung auf aktuellem Stand halten, keine Ahnung von ihrer Arbeit hätten. Wer solchen Kreisen glaubt und meint, er sei gefährdet, kann jederzeit auf die Einnahme von Geschmacksverstärkern verzichten. Alle jene aber, die überzeugt sind, dass sie eine genügend kräftige Konstitution haben, können diese ganz unbefangen weiter benützen. Die Chinesen brauchen Natriumglutamat seit über 3000 Jahren und es gibt sie immer noch (die Chinesen). Von den 7,8 Millionen Schweizern ist auch noch keiner nachweislich wegen der Einnahme von Aromat oder Maggi Würze gestorben. Seit bald 60 bzw. über 120 Jahren nicht.
Tatsache ist hingegen, dass Fertiggerichte mit Geschmackverstärkern etwas billiger produziert werden können, weil man auf einen Teil der teureren Originalaromen verzichten kann. Sofern die Hersteller die Einsparungen durch günstigere Preise an den Endverbraucher weitergeben, ist eigentlich allen gedient. Wer es sich leisten kann, kauft das edlere Produkt, wer sparen muss, nimmt das Günstigere. Beim Knorr Aromat und der Maggi Würze geht es aber nicht nur um den Preis, sondern vor allem darum, auf einfache und rasche Art einem Gericht jenen Geschmack zu verleihen, welcher am Tisch erwartet wird. Dementsprechend ändern die beiden Hersteller die Zusammensetzung ihrer Produkte von Land zu Land und passen sie periodisch den aktuellen Geschmackstrends an.
Im Übrigen gilt folgender Satz, den die OGS in einer gescheiten TV-Sendung aufgeschnappt hat:
Gift in der Hand eines Weisen ist Medizin, Medizin in der Hand eines Toren ist Gift.
Man kann es auch so sagen: Alles ist Gift, es kommt nur auf die Menge an.
Beide Aussagen sind historisch belegt und stammen von sehr weisen Personen, die vor langer Zeit gelebt haben. Wer vernünftig mit den Geschmacksverstärkern umgeht, braucht sich vor ihnen nicht zu fürchten. Im Zweifelsfall achte man darauf, dass man eben nur Bio-Geschmacksverstärker verwendet.
Die obigen Aussagen gelten natürlich für gesunde Leute. Wer schwer krank ist und/oder an zahlreichen Allergien oder Pseudoallergien leidet, hat selbstverständlich die ärztlichen Verordnungen zu beachten und wenn diese ausdrücklich die Einnahme von Geschmacksverstärkern verbieten, dann gilt, was der Arzt sagt.